Allgemein

Ali Baba Spieleclub hilft Flutopfern – Mitgliederzahl trotz Corona weiter gestiegen

Veröffentlicht

Der bundesweit aktive und in Nürnberg beheimatete Ali Baba Spieleclub zog jetzt eine positive Bilanz der beiden zurückliegenden Jahre. Trotz Corona und der zeitweisen Schließung aller zehn Standorte verzeichnet Deutschlands größter Verein für Brett- und Kartenspiele stetig wachsende Mitgliederzahlen. Dies erklärte Vereinspräsident Christian Wallisch jetzt bei der Mitgliederversammlung im Nürnberger Haus des Spiels.

„Aktuell haben wir 838 Mitglieder in unserem Verein“, erklärte der Präsident. Damit sind allein seit Beginn der Pandemie über 100 neue „Ali Babas“ dazugekommen. Gründe sieht der Verein vor allem in seinem Engagement die Spieletreffen nicht nur in Präsenz vor Ort, sondern auch digital im Netz stattfinden zu lassen. „Manche unserer Mitglieder spielen jetzt sogar häufiger, weil es eben online geht“, sagt Martin Brock-Konzen, 1. Vizepräsident des Vereins. Doch auch die Möglichkeit, Spiele für eine nette Runde im Kreise der Familie auszuleihen, hat viele animiert dem Verein beizutreten.

Und auch die weiteren Fakten stimmten die Anwesenden bei der Versammlung mehr als glücklich. Finanziell geht es dem Verein gut. Alle Regionalverbände berichteten von zahlreichen Aktionen, die 2019 vor und 2020 während der Pandemie erfolgreich und unter Einhaltung aller Vorlagen stattfinden konnten.

Ein ganz besonderes Anliegen war Martin Brock-Konzen eine große Spendenaktion vor wenigen Wochen. Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal in der Eifel hatte er als Verantwortlicher für den Kölner Regionalverband Kontakt zu zahlreichen Institutionen der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe aufgenommen. Mit über 500 Spielen, die teilweise gebraucht aus den Archiven der zehn Regionalverbände kamen und teilweise nagelneu von den Verlagen gestiftet wurden, fuhr er dann Anfang September zu diesen Einrichtungen und überbrachte sie als Spende. „Da waren Einrichtungen dabei, die durch die großen Schäden einfach gar nichts mehr hatten“, wusste der Vizepräsident zu berichten.

Da vor Ort nun erst einmal das Nötigste neu angeschafft werden muss, ist der Wunsch nach Spielen riesig, aber die finanziellen Möglichkeiten entsprechend klein. Daher wurde die große Spende mehr als dankbar angenommen. Manche Einrichtung gibt die Spiele auch an Familien weiter, die selbst alles verloren haben. „Die Einrichtungen vor Ort wissen am besten, wie man die Spiele jetzt einsetzen kann und wir freuen uns, wenn wir hier ein klein wenig helfen können“, so Brock-Konzen. Im November soll es eine zweite Tour geben.

Bei den Vorstandswahlen wurden Christian Wallisch (Präsident), Martin Brock-Konzen (1. Vizepräsident), Nadja Frenzel (2. Vizepräsidentin) und Andreas Rohde (Schatzmeister) in ihren Ämtern bestätigt. Schriftführer Lothar Lorz trat nach fast zwei Jahrzehnten Vorstandsarbeit nicht mehr zur Wahl an. „Ich danke Lothar ganz herzlich für seinen Einsatz in den zurückliegenden Jahren. Ich freue mich, dass er selbstverständlich dem Verein weiter treu bleiben wird“, meinte Wallisch. Als Nachfolgerin wurde Gabi Jeschonnek einstimmig gewählt.

Bei der Vorschau auf die nächsten Monate hofft der Verein schon bald zur Normalität zurückzukehren. An vielen Standorten wird bereits wieder unter Auflagen gespielt. Für 2022 plant der Verein auch bereits wieder Spielewochenende. „Wie hierbei die Regeln aussehen werden, wissen wir jetzt noch nicht, aber wir sind sehr zuversichtlich, dass sich die Lage weiter entspannt und wir einfach nur spielen können“, hofft Wallisch.

Bild: Martin Brock-Konzen (re.) mit dem Team der offenen Kinder- und Jugendarbeit Bad Neuenahr-Ahrweiler, die in Bauwagen auf dem Sportplatz Heimersheim untergekommen sind.